Der Unterschied zwischen dem Ich Bin und dem Ego.

Um in unsere Selbstliebe finden zu können, braucht es für uns das Verständnis der Unterscheidung zwischen Unserem Ich Bin als der wahren Lebenskraft und unserem Ego.

In Quechua gibt es kein Wort für „ich“ sondern nur für „wir“. Die Andinen Traditionen stehen unter der Energie des Kreuzes des Südens und das bedeutet, das Kollektiv, die Gemeinschaft kommt vor der Individualität. In unserer Welt haben wir die Aufgabe zu meistern, unter der Energie des Kreuzes des Nordens, in welcher das Individuum vor dem Kollektiv, der Gemeinschaft steht, zu verstehen, dass unser Ego nichts mit unserem wahren Selbst zu tun hat.

In allen indigenen und mystischen Lehren ist eine der Kernaufgaben die Meisterschaft, das Ego abzustreifen. Wir sind jedoch so mit unserem Ego verflochten, haben so wenig Bezug zu unserem wahren Selbst, dass dies ein erschreckender Gedanke sein kann: „Wer bin ich denn noch, wenn mein Ego-Bewusstsein nicht mehr vorhanden ist? Wer bin ich jenseits dessen?“

Hier ist es hilfreich zu verstehen, wie sich unser Ego gebildet hat und warum wir ihm so sehr glauben und es oftmals die hauptsächliche Richtschnur in unserem Leben zu sein scheint.

Die Inkarnation

Wenn wir in einen physischen Körper inkarnieren, dann findet eine große Verdichtung unseres Lichtes statt. Solange die Dualität, also die Illusion des Getrenntseins, noch vorherrscht, entspricht dieser Vorgang einem Abstieg, denn durch die Verdichtung in die Materie und in die Energie, Schwingungen und Frequenzen der Dualität wird das Bewusstsein über unser Wahres Selbst, unsere wahre Multidimensionalität und unser Seelenkollektiv stark unterdrückt.

Für Säuglinge ist noch bis ca. 6 Monate nach der Geburt durch die Produktion von DMT in der Zirbeldrüse die Anbindung an ihre eigene Seelenmatrix offen. Sie haben noch die Wahrnehmung ihres weiten, erweiterten Bewusstseins. Durch die zunehmende Schwingungserhöhung können wir feststellen, dass die Seelen, die seit der Zeit der Indigo- und Kristallkinder hier inkarnieren, generell einen anderen Zugang zu sich und zum kollektiven Bewusstsein haben. Dies ist möglich, da seit der Jahrtausendwende die Schwingungserhöhung auf unserer Mutter Erde stetig zunimmt.

Wenn allgemein gesagt wird „das Ego muss geopfert werden oder abgelegt werden“ dann kann das Ängste auslösen, wenn wir die Wahrnehmung unseres Selbstes mit der Identifikation des Egos vermischen oder uns der Differenz nicht bewusst sind.

Für die schamanischen Weisheitslehrer ist es die größte Aufgabe, aus diesem irdischen Leben lebendig herauszugehen. Sie sind überzeugt, dass unser physischer Körper zur Erde geht, unsere Weisheit zu den Bergspitzen und unser Geist zurück zu Spirit. Sie lehren, dass sich – wenn wir bewusst gelebt haben – im Moment des Todes unser Tropfen Bewusstsein, der unsere Ich Bin Essenz verkörpert, um unseren Knöchel sammelt und zurückkehrt in das große Meer des kollektiven Bewusstseins ohne sich darin aufzulösen und das eigene Ich Bin Bewusstsein zu verlieren. Nach einigen indigenen Weisheitslehren hat man in menschlicher Inkarnationsform 8 bis 9 Leben Gelegenheit in dieses Bewusstsein zu gelangen.

Die Prägung des Ego

Unser Ich Bin Bewusstsein ist etwas anderes als unser Ego. Unser Ego wird geprägt durch die ganzen Erfahrungen der Dualität, die wir hier durchleben und die sich in unserem Limbischen System als Emotionen abspeichern. Dadurch entstehen Glaubenssätze, nach denen sich unser weiteres Leben formt und auf die wir uns beziehen. Das Ego ist also geformt und manipulierbar. Unsere Ich Bin Essenz dagegen ist in ihrer Purität unveränderbar, weil sie die Ausdrucksform Spirits ist. Wenn wir aus unserem Ego heraus Erfahrungen machen, führt dies zur Ausreifung des Egos aber nicht zur Rückkopplung an unsere Ich Bin Essenz, eher im Gegenteil: es kann geschehen, dass wir uns dadurch immer weiter von unserer eigentlichen Natur unseres Seins entfernen.

Aus unserem Ego heraus entsteht die Angst. Wobei Angst immer die Projektion eines schrecklichen Ereignisses in die Zukunft ist. Wir haben also Angst „vor…“. So sind auch alle Glaubenssätze Projektionen der Angst in die Zukunft. Zum Beispiel: Wenn ich mich so und so verhalte, dann werde ich nicht mehr geliebt, nicht mehr akzeptiert, dann werde ich verlassen. Aus dieser „Angst vor…“ gehen wir Kompromisse ein, gehen wir in die Manipulation, übergehen uns selbst, beuten uns und andere aus.

Wer schon einmal in einer echten Gefahrensituation war, die das Potential des Lebensbedrohlichen hatte, weiß, dass man in solchen Momenten völlig ruhig ist und sich das Momentum der Zeit ausdehnt. Da ist keine Angst präsent, sondern nur absolute Aufmerksamkeit dem Geschehen gegenüber. Ich hatte vor vielen Jahren auf der Autobahn einmal die Situation, dass ich auf der linken Spur ein Auto überholte, das auf meiner Höhe plötzlich nach links zog. Um auszuweichen, zog ich ebenfalls nach links, machte den Fehler zu bremsen und kam ins Schleudern. Ich schleuderte nach rechts auf die Leitplanke zu und da war nur das Gefühl: jetzt kracht es gleich. Kurz vorher schleuderte ich nach links und auch hier wartete ich nur auf den Knall, dann drehte ich mich, sah den nachfolgenden Verkehr auf mich zukommen und dachte: aha, jetzt kommt die Kollision, bevor ich wieder nach rechts zur Leitplanke schleuderte. 50 cm vor der Leitplanke kam ich zum Stehen. Während dieser wenigen Minuten war absolut keine Angst in mir. Hinterher allerdings schlug mein limbisches System Purzelbäume aus Angst vor dem, was alles hätte passieren können.

Wenn uns bewusst wird, dass unser Ego ein Konstrukt ist, das sich aufgrund unserer ganzen Erfahrungen gebildet hat, dann verstehen wir auch, dass wir jederzeit die Möglichkeit haben, dieses Konstrukt behutsam und beherzt in die Auflösung zu bringen.

Die Erfahrung des Ich Bin

An diesem Punkt mögen wir uns fragen: wer bin ich noch, wenn ich mein Ego auflöse? Das zu entdecken, ist die spannende Reise der Selbsterfahrung. Darüber hinaus haben wir als größte Ressource unser höchstes Selbst von dem wir hier eine Ausdehnung sind. Wenn wir uns hier rückkoppeln fällt es uns leichter, wieder in die Selbstliebe unseres Ich Bin zu kommen, was etwas völlig anderes ist als die Ablehnung oder Selbstverliebtheit durch das Ego.

Natürlich ist das eine Reise, die nicht in wenigen Tagen abgeschlossen sein kann. Schamanen sind Kartenmacher. Je genauer sie die Karte des Bewusstseins kennen – und die Fieldhealing Ausbildung liefert die essentiellen Schlüssel dazu – desto leichter finden sie neue Wege darin und es gelingt ihnen, für sich und für ihre Klienten neue Lebenskarten zu entwerfen, die der wahren Seins-Essenz entsprechen.

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