Uns selbst spüren.

In allem, was wir tun.
Das kann im Alltag schwierig klingen. Egal ob es gerade langweilig, stressig, überfordernd, nervig, monoton ist: wie soll das gehen, ganz bei uns selbst zu bleiben? Wir versuchen, am besten durch Situationen durchzukommen und allzu oft koppeln wir uns dabei von uns selbst ab. Es steht die Bewältigung der Aufgabe im Vordergrund, weniger unser eigenes Empfinden. „Da muss ich drüber weggehen…, Augen zu und durch…“ das sind solch beliebte Sprüche, die wir uns vielleicht selbst immer wieder mal vorsagen, um uns zu motivieren.

Doch ist es schade, wenn wir in herausfordernden Situationen (und auch Langeweile oder Einsamkeit ist eine Herausforderung, nicht nur die Überforderung!) den Kontakt mit uns selbst verlieren. Denn jede Minute, die wir egal wie verbringen, ist unsere Lebenszeit. Und auch wenn wir nicht gerne daran denken: jede Minute bringt uns unserem Tod näher.

Deshalb lohnt es sich, unsere Zeit als das zu betrachten, was sie ist: unser ureigener Erfahrungsraum. Wir selbst sind in genau dieser Situation, die uns vielleicht gerade nervt, nicht nur die anderen. Also, nehmen wir es doch ganz zu uns: wenn Du einen anstrengenden Termin mit einem Kunden hast, Ärger im Raum steht: erlaube Dir für einen Moment alle erlernten Techniken zu vergessen und zu spüren, wie Du am liebsten die Situation lösen möchtest: verstehst Du Deinen Kunden in seiner Emotion? Oder spürst Du den Übergriff? Wie gehst Du damit um, wenn jemand den monetären Wert Deiner Arbeit oder das Angebot Deines Arbeitsgebers herunter handeln will? Was bist Du Dir selbst wert? Was spürst Du in Dir?

Oder Du bist in einer monotonen Aufgabe verstrickt: welcher Impuls regt sich in Dir? Willst Du dem entfliehen? Was löst die Unterforderung in Dir aus? Wie kannst Du auch dieser Tätigkeit etwas für Dich Positives abgewinnen? Kannst Du es als eine Art Erholungsphase für Deinen Geist sehen?

Oder Du befindest Dich auf der Autobahn und plötzlich ist eine wetterbedingte ausweglose Stausituation entstanden: egal wohin Du fahren würdest, es gibt keine Alternative. Du musst Dich mit dieser Situation abfinden und für Dich hochkonzentriert das Beste herausholen. Was löst das in Dir aus? Wie zügelst Du eventuell aufsteigende Ungeduld, die Dich zu unbedachter Geschwindigkeit verleiten könnte? Wie hilfst Du Dir selbst über Ängste hinweg?

Jede Situation, in der wir uns befinden, ist ein Spiegel unseres Inneren. Wenn wir das verstehen und es zu unserer zweiten Natur machen, immer wieder genau in uns hinein zu hören, dann sind und bleiben wir mit uns selbst in Kontakt. Wir können auch nach einer herausfordernden Situation nochmals darüber reflektieren um noch mehr daraus zu lernen. Nichts geschieht ohne Grund, auch wenn wir das gar nicht gerne wahr haben. Alles kommt in unser Leben, damit wir wachsen können. Die Richtung, in die wir uns entwickeln – in unsere eigene Tiefe hinein oder in sich ständig verändernde Ablenkungen – bestimmen wir selbst.

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