Seelenimpuls für Woche 25 in 2018 | Lara´Marie Obermaier

Sich selbst erfüllen und nicht eine Rolle.

Oft sind wir uns gar nicht bewusst, wie sehr unser Leben in Rollen unterteilt ist und wie sehr unser Umfeld und unsere Welt allgemein und auch wir in Rollen denken.

Die Schamanischen Weisheitshüter geben uns den Rat: „werde unsichtbar um gesehen zu werden“. Sri Nisargadatta Maharaj sagte: „Du kannst immer nur sagen: ich bin nicht, denn jede Festlegung auf „ich bin das und das“ verschließt Dir Zugang zu dem, was Du sonst noch bist und sein kannst.“

Es gibt schier unendlich viele Rollen: Tochter, Sohn, Mutter, Vater, PartnerIn, SozialarbeiterIn, Manager, LehrerIn, Schamane/In, HeilerIn, Opfer, der/die Starke… Rollen können von außen definiert sein wie der Familie oder dem Beruf. Oder von Vorstellungen und Erwartungen des Umfeldes. Und natürlich aus unserer Inneren Welt entstanden sein und weiter entstehen. Doch jedes Einfügen in eine vorgegebene Rolle macht uns klein, auch, wenn Rollen Sicherheit vermitteln können.

Das Bedürfnis nach der Sichtbarkeit einer Rolle zeigt sich auch in bestimmter Kleidung, Statussymbolen. Dadurch kann das Umfeld sofort vorgegebene Verknüpfungen herstellen. Nimm‘ zum Beispiel die Ordenstracht einer Nonne. Oder einen Schamanen, der eine bestimmte Kleidung trägt oder besonderen Schmuck wie Federn oder Stirnbänder. Oder der erfolgreiche Manager mit der Rolex, den Schuhen von…, dem Anzug von… Der Wilde mit den vielen Tattoos und Piercings…

Übung: Verabschiede Deine Rollen

Mach‘ Dir doch diese Woche mal eine Übersicht, in welchen Rollen Du Dich in Deinem Leben wieder findest. Nimm‘ mindestens 20! In welcher Rolle fühlst Du Dich wohl, welche gibt Dir Sicherheit, Ansehen. Was tust Du dafür, diese Rolle ordentlich zu erfüllen, um den Ansprüchen daran zu genügen? Was unterdrückst Du dafür, was gibst Du auf?
Welche Rollen belasten Dich, weil Du damit verbundene Ansprüche nicht mehr erfüllen magst oder kannst? Merkst Du es?

Rollen tragen immer den Anspruch einer bestimmten Haltung, einer Leistung, eines Verhaltens in sich. Das kann von uns selbst definiert worden sein oder von unserem persönlichen Umfeld oder von der Umwelt, in der wir leben.
So verschwindet das Gesamtpotential unserer Seelenqualität, denn jede Rolle limitiert uns, wir müssen Anteile von uns selbst verstecken, weglassen weil der Rollendefinition nicht angemessen.

Doch wir sind größer als jede Rolle. Wir sind mehr als jede Rolle.
Wenn Du Dich vom Konzept der Rollen befreist, wirst Du erst einmal unsichtbar. Du kannst nicht mehr zugeordnet werden. Wie geht es Dir damit? Regt sich da Widerstand in Dir? „Aber ich bin doch Mutter/Vater…“, „ich bin doch spirituell/ ökologisch/geschäftlich erfolgreich: und das muss man doch sehen können…“

Jedoch können Unzufriedenheit in unserem Leben, depressive Verstimmungen, Ärger, Wut, ihre Ursache im Feststecken in Rollen haben. Weil wir eben unser wahres Selbst nicht leben können.
Oft wird dann nur der massive Ausbruch aus einer oder mehrerer Rollen als Ausweg gesehen. Doch das kann einen großen Verlust mit sich bringen.

Es geht auch nicht darum, nicht mehr Tochter, Vater, Bruder, Schwester, Arzt/Ärztin, Geschäftsfrau/Mann, Schamane/In zu sein. Was wir jedoch loslassen dürfen, ja sollten ist die Vorstellung und Erwartungshaltung, wie man in der Rolle zu sein hat.

Wie Du Deine Rolle loslassen kannst:
Schreibe jede Rolle auf einen eigenen Zettel. Nimm das Blatt in beide Hände, schließe die Augen und gehe in Deiner persönlichen Zeitlinie bis zum Beginn dieser Rolle. Bedanke Dich für all die Erfahrungen, die Du darin sammeln durftest und treffe die Entscheidung, diese Rolle loszulassen. Das wiederholst Du mit jeder Rolle. Der nächste Schritt besteht darin, die Rollen zu verbrennen.
Gib noch einen kleinen Zweig ins Feuer, in welchen Du Dich in Deinem ganzen, unendlichen Sein über Deinen Atem hinein gibst. Das, was schwer ist, geht zu Mutter Erde (die Rollen). Unsere Gebete gehen zu Vater Himmel.
Wenn wir unsere Rollen loslassen, werden wir als die gesehen, die wir wirklich sind.