Atme.

Für etliche beginnt spätestens in der 2. Woche des Kalenderjahres wieder der Alltag.
Wie kann es uns gelingen, den Kontakt mit uns selbst auch in den täglichen Anforderungen zu halten? Indem wir immer wieder für einen Moment still werden. Ich möchte Dir jetzt nicht raten, Dich lange in Meditation zu versetzen – das klappt im Alltag nicht. Ich möchte Dich einladen, etwas ganz bewusst zu tun, was Du sowieso im Durchschnitt 12 mal pro Minute machst: zu atmen.

Übung

Fokussiere Dich immer wieder für eine Minute auf Deinen Atem. Atme bewusst durch die Nase ein, lass‘ den Atem bis in Deinen Unterbauch fließen. Folge dieser Atemspur wie einem Fluß, der sich seinen Weg bahnt. Spüre, wie Du weit wirst, lass‘ es zu, dass Du Dich weitest. Dann atme bewusst aus. Was immer Dein Einatmen zutage gefördert hat (ob Du Dir im Moment dessen bewusst bist oder nicht), das lasse jetzt bewusst mit Deinem Atem bei offenem Mund aus Dir strömen, während Du im Stillen bis 7 zählst. Fühle, wie Du innerlich Deinen Atem und alles, was damit verbunden ist, loslässt.

Die Hirnforschung hat herausgefunden, dass wir beim Einatmen durch die Nase Neuronen quer durch das Limbische System, das für den Fight or Flight Response zuständig ist, stimulieren. Beim Ausatmen durch den geöffneten Mund lassen wir das, was angesprochen wurde, wieder los und das kann uns aus einer Anspannung lösen.

Das kann eine Übung für den Vormittag sein, die Du gerne anstelle Deiner üblichen Pausen, die Du Dir vielleicht am PC oder mit der Zeitung oder im Internet schaffst, mehrfach einflechten kannst.

Am Nachmittag kannst Du noch eine wundervolle Facette einfügen: Du atmest dieses Mal durch den Mund ein (da wird das Limbische System laut Studie nicht aktiviert) und beobachtest diesen kleinen, unbewussten Moment, in welchem sich das Einatmen in das Ausatmen verwandelt. Du atmest dann wieder durch den Mund aus.

Das nächste Mal atmest Du durch den Mund ein und zählst dabei im Stillen bis sieben. Du beschließt dieses Mal, noch nicht gleich auszuatmen, sondern Dich ganz bewusst auf diesen köstlichen Moment des Nicht-Atmens zu konzentrieren.

Wenn Du möchtest, kannst Du hier im Stillen 21, 22, 23 zählen, also 3 Sekunden, bevor Du den Atem wieder durch den Mund entlässt und dabei bis 7 zählst. Die Zeit des Nicht-Atems versetzt uns in den zeitlosen Raum, den Raum der Unendlichkeit. Dieser Raum wird von den schamanischen und mystischen Kulturen als der heilige Raum bezeichnet. Wenn es Dir möglich ist, kannst Du diese Atem-Pause auch auf 7 Zähler ausdehnen.

So bringst Du mit Deiner Aufmerksamkeit, Deiner Bewusstheit heilige Momente auch im Alltag in Dein Leben. So bist Du immer mal wieder für eine Minute Dir selbst und Spirit ganz nah. Zeit, die Du wirklich für Dich nützt.

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