6. Raunacht 2017/2018 | Lara´Marie Obermaier

Bereinigung und Freiheit.

Wir sind nun in der Mitte der Rauhnächte angekommen und auch fast am Ende dieses Kalenderjahres.
In diesen heiligen Nächten sind wir der „Unterwelt“, wie die alten Weisheitshüter und Schamanen das Unbewusste bezeichnen, sehr nah. Vieles schlummert dort, das uns bedrohlich, unbehaglich erscheint. So, als würde man als Kind in einen dunklen Keller gehen müssen. Jedoch erinnern wir uns: als wir das Licht einschalteten, oder wir begleitet wurden, dann war der Keller gar nicht schlimm. Heute wissen wir, dass es unsere eigenen Ängste waren, die wir auf den Keller projiziert haben.

So ist es auch mit unserer eigenen Unterwelt. Dort schlummert vieles, das dorthin verbannt wurde, weil es in der „Mittelwelt“ – unserem Bewusstsein und auch unserer Alltagswelt – als nicht angemessen bewertet wurde. C.G. Jung nannte das unsere Schatten. Es sind Anteile von uns, die unser Umfeld in unserer Kindheit als störend, nicht angemessen, beängstigend empfunden hat und wir aus Angst vor Liebesentzug oder durch Unterdrückung diese Anteile nicht mehr gelebt haben, oder in uns verschließen mussten

Wenn wir verstehen, dass unsere Schatten nichts anderes sind als unsere Potentiale, die im Umfeld nicht willkommen waren, dann kann diese Erkenntnis das Flutlicht sein, um beherzt in unsere Unterwelt gehen zu können, um unsere Schatten zu umarmen. Diese Potentiale fehlen uns in unserem Leben wie Puzzleteile, denn sie runden unsere Persönlichkeit ab.

Um Schatten zu erkennen, kannst Du Dir heute ansehen, wo es in Deinem Leben Beziehungen gibt, die einer Bereinigung bedürfen. Die Bereinigung findet auf Deiner Seite statt, d.h. Du siehst Dir an, was für Dich an der Beziehung nicht stimmt. Fühlst Du Dich nicht wirklich angenommen? Fühlst Du Dich beschnitten? Fühlst Du Dich nicht gesehen, oder spürst Du eine unüberwindbare Distanz? Nimm‘ es zu Dir. Wir können immer nur unsere Seite der Straße kehren.

Begegne Deinen Schatten – mit Neugier und in Liebe

Ich möchte Dir eine kleine Reiseanleitung geben, wie Du Dich selbst auch in Deinen Schattenthemen liebevoll entdecken kannst um Dich und Deine Beziehungen davon zu befreien

Du brauchst einen stillen Raum. Schließe die Augen und stelle Dir vor, Du stehst vor einer Aufzugtür. Der Aufzug hält und Du siehst, dass Du Dich in der Etage 0 befindest, also Erdgeschoss. Nun wählst Du beherzt den Knopf für das 9. Untergeschoss aus – tiefer geht dieser Aufzug nicht. Er gleitet mit Dir hinab und die Tür öffnet sich.

Vor Dir steht ein wunderschönes Wesen, weiblich. Es ist Persephone, die Hüterin der Unterwelt. Liebevoll blickt sie Dich an und begleitet Dich in einen wunderschönen Garten. Sieh‘ Dich um, wie sieht für Dich dieser Garten aus? Nimm‘ die Eindrücke wahr, Gerüche, Geräusche. Es ist friedlich und freundlich.

Persephone bringt Dich an einen Meditationsplatz und bleibt an Deiner Seite. Wie sieht dieser Platz für Dich aus? Nun rufe Dir eine Beziehung, die bereinigt gehört vor Augen. Nehmen wir an, es geht darum, eine wirkliche Nähe zu erreichen, etwas ist unausgesprochen zwischen Euch. Persephone hilft Dir, Deine eigene Zeitlinie zurück in die Kindheit zu reisen, es ist, wie an einer Schnur zurückzugleiten. Halt: jetzt ist eine Blockade da und damit bist Du bei der auslösenden Situation des Schattens angekommen. Du siehst Dich als kleines Kind. Tante Erna war da und Du hast sehr genau gespürt, dass Tante Erna verhalten gemein zu Deiner Mutter war und wie unwohl sich Deine Mutter fühlte. Du hast Dich vor Tante Erna aufgebaut und ihr gesagt: Du bist so gemein zu meiner Mama. Wenn Du nicht lieb bist zu ihr, dann geh‘. Die Erwachsenen waren entsetzt und Du wurdest geschimpft und in Dein Zimmer geschickt. Danach hat man Dich belehrt, dass man nie sagen darf, was man wirklich denkt sondern immer schön freundlich zu sein hat, bis die/derjenige geht.

Was ging in den Schatten? Deine Klarheit, Deine Geradlinigkeit, Deine Offenheit.Also alles wunderbare Eigenschaften, die jedoch als unangemessen bewertet wurden und Dir deshalb heute nicht voll zur Verfügung stehen. (Erkennst Du das Potential im Schatten??)

Umarme nun dieses kleine Kind, das Du warst. Danke ihm für diese Aufrichtigkeit, für dieses Einstehen, für diesen Mut. Lass‘ dieses kleine Kind mit diesen Qualitäten in Dein Herz und versprich‘ ihm, dass Du von nun an diese Eigenschaften in wertschätzender Form leben wirst. Dann gehst Du wieder zum Aufzug, bedankst Dich bei Persephone und drückst die „0“ für diese Bewusstseinsebene.

Das Auflösen der Schatten durch die Integration der Ressourcen darin führt uns in unsere innere Freiheit. Wir werden frei von dem Ballast, wir brauchen nichts nach außen projizieren sondern entdecken die wahre Schönheit in uns.

Die 6. Raunacht steht mit dem Monat Juni in Verbindung und dem Sternzeichen Zwilling. Bring‘ also Balance und Ausgleich in Dein Leben.