Freundschaft – mit Dir selbst und anderen.

Jesus sagt: „Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst“. Demnach hängt die Qualität unserer Verbindung zu anderen von unserer Hingabe an unsere Selbstliebe ab.
Wie können wir anderen mit offenem Herzen, ehrlichem Vertrauen und Wohlwollen begegnen, wenn wir uns selbst gegenüber stets kritisch und abwertend sind, wenn wir unseren eigenen Wert geringschätzen? Das betrifft auch unseren Körper, denn er ist der Tempel in dem unsere Seele wohnt.

Wenn wir Kleinkinder beobachten stellen wir fest, dass sie absolut und in allem mit sich einverstanden sind. Da ist keine Bewertung, da ist kein Herabsetzen, auch kein Nörgeln über ihren Körper. Nur große Freude über ihr Sein und die Möglichkeit, alles entdecken zu können.

Die 5. Raunacht ist mit dem Monat Mai verbunden – dem Wonnemonat, dem Monat der Erneuerung.
Lasst uns doch heute unsere Freundschaft zu uns selbst erneuern und uns neu entdecken. Lassen wir doch einmal die ganzen Bewertungen, die wir übernommen haben, beiseite. Bewertungen sind Projektionen anderer, die mit sich selbst nicht zufrieden sind und das auf andere (eben auch auf uns) übertragen. Wenn wir verstehen, dass unsere Urteile über uns selbst ursprünglich nicht aus uns entstanden sind, dann können wir uns auch leichter davon distanzieren und schließlich verabschieden.
So wie ein kleines Kind glücklich mit sich ist, sich nicht hinterfragt sondern nur erfährt, ist es ein Ausdruck des Göttlichen. Wir vergessen allzu oft, dass wir spirituelle Wesen in einem menschlichen Körper sind. Wir alle sind ein Ausdruck des Göttlichen.

Sieh Dich mit neuen Augen

In diesem Sinne: Betrachte Dich doch heute als das göttliche Wesen, das Du tatsächlich bist. Bewundere die Genialität Deines Körpers. Dieses komplexe und feine Zusammenspiel, von den Atomen und Molekülen angefangen bis hin zu den motorischen Bewegungen. Deine Fähigkeit zu Atmen, Deine Sinne zu erfahren. Lass‘ alle Urteile, die uns in Zeiten von Photoshop so nahe gebracht werden, einfach mal weg und freue Dich an Dir selbst. Schau‘ welche Unterstützung Dein Körper braucht. Wenn Du schlaffe Muskeln, Übergewicht, Bewegungseinschränkungen etc. als Ausdruck mangelnder Unterstützung siehst, dann kannst Du liebevoll beginnen, Dir selbst lustvoll Zuwendung zu geben. „Lustvoll“ ist ein Schlüsselwort.

Deshalb: zwinge Dich nicht zu „Programmen“, die Du eigentlich nicht willst. Sei mit Dir und frage Dich: Was will ich wirklich in puncto Ernährung (und wo ist Ernährung teilweise bislang eine Ersatzbefriedigung) was tut mir gut? Wie will ich mich bewegen? Seh‘ nicht das Resultat, wie Du aussehen möchtest, sondern beginne mit der Freude an der Bewegung.

Der nächste Schritt zur neuen Qualität der Freundschaft mit Dir selbst ist: Lobe Dich. Vielleicht fällt Dir das schwer und es kommt jetzt dieser alte Satz aus der Kindheit „Selbstlob stinkt“ oder wie die Schwaben sagen: „nichts gesagt ist genug gelobt“. Verabschiede Dich davon, denn das macht Dich nicht weit sondern eng (siehe 4. Raunacht).

Lobe Dich für alles, was Du heute bist. Schau‘ hinter die Urteile, die Bewertungen. Setze jedem Urteil eine positive Einschätzung entgegen. z.B. für Dein Chaos, denn das ist Kreativität oder für Deine Ordnungsliebe, denn das ist Struktur. Für Deine Faulheit, denn das ist Kräftesammeln und Deine Betriebsamkeit, das ist Schaffenskraft. Dadurch gelingt es Dir behutsam, das Geschenk in all Deinen Urteilen, die Du über Dich selbst angesammelt hast, zu entdecken und diese Geschenke als Ressource zu nutzen ohne Dich selbst dabei einzuschränken oder auszubeuten.

Nun schau‘ Dir Deine Freundschaften an in diesem Jahr. Wo gab es neue Freundschaften, die entstanden sind, welche Freundschaften gingen zu Ende oder sind in der Pause? Vielleicht hat sich jemand von Dir zurückgezogen: dann betrachte das als notwendigen Prozess und halte diesen Menschen in Liebe und in der Freiheit, diesem Prozess zu folgen. Nimm‘ auch hier die Bewertung raus. Vielleicht hast Du einen notwendigen Schlussstrich gezogen. Dann danke Dir für Deine Sorgsamkeit mit Dir selbst und lass‘ den Menschen ziehen ohne, dass Du aus der transpersonalen Liebe gehst, die die Griechen „Agape“ nennen.

Gönne Dir eine Zeremonie

Mach‘ doch heute eine kleine Zeremonie um die Freundsdhaft mit Dir selbst, Deinem Körper und mit anderen zu feiern. Überlege Dir, wie kann ich in maximal 10 Minuten diese Zeremonie gestalten? Zeremonien kommen aus der Seele, also lass‘ Dich führen. (Deshalb die knappe Zeit, sonst übernimmt Dein Verstand).

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