4. Raunacht 2017/2018 | Lara´Marie Obermaier

Den inneren Meister (an)erkennen.

Wie oft hast Du schon gesagt „eigentlich wusste ich es…“ und trotzdem hattest Du Dich gegen diese innere Stimme entschieden?
Diese innere Stimme ist der Ausdruck Deiner eigenen Seelenkompetenz, und die ist viel mächtiger, als Du vielleicht glauben magst. Der 4. Raunachttag steht in Verbindung mit dem Monat April, der als launisch gilt, und als früher schwer vorhersagbar. So, wie das Leben auch. Doch wie beantworten wir die sich immer wieder neu ergebenden, nicht vorhersehbaren Situationen, Herausforderungen in unserem Leben?

Wir haben gelernt: „sei vernünftig“. Doch meist basiert unsere Vernunft hauptsächlich auf unserem Verstand. Der bildet sich jedoch in der Summe aus unseren gemachten, subjektiven Erfahrungen und den damit verbundenen Emotionen. Deine Seelenkompetenz ist dem Verstand übergeordnet (auch wenn er das gar nicht gerne hört) und frei von Emotionen. Das ist die Ebene der höheren Hirnregionen, die Entfaltung und Evolution erst möglich machen. Es lohnt sich, unserer Vernunft die Kapazität unserer Seelenkompetenz hinzuzufügen.

Denn unsere Bestimmung entscheidet sich nicht irgendwann in der Zukunft sondern immer im Jetzt-Moment. Welche Entscheidungen wir treffen beeinflusst, in welche Richtung sich unser Leben weiter entwickeln wird.

(er)kenne Deinen inneren Meister

Wie Du Deinen inneren Meister (an)erkennen kannst, ist die Übung der 4. Raunacht. Meine Lieblingsübung dazu: sehe die Situation, um die es gerade geht, vor Dir und die Entscheidungsmöglichkeiten, die Du gerade im Feld hast. (Wenn Du einen sehr dominanten Verstand hast, dann füge für Dich hinzu: Was wäre, wenn ich frei entscheiden könnte?) Nun geh‘ in jede Möglichkeit und fühle: was macht Dich eng oder weit? Wenn es Dich eng macht, dann fühlt es sich vielleicht wie ein Taucheranzug an, oder als ob Du in einem Kaminschlot feststeckst. Lass‘ die Empfindung im Körper zu, auch wenn es nicht angenehm ist. Da Du die Entscheidung für diese Möglichkeit ja noch nicht getroffen hast, kannst du Dir erlauben, auch die Emotionen, die damit verbunden sind, zu spüren. Vielleicht ist es Schwäche, Lähmung, Hoffnungslosigkeit, Ausgeliefertsein.

Nun versetze Dich in die andere Möglichkeit: wie fühlst Du Dich nun? Wieder eng oder weit? Suche so lange nach einer Möglichkeit (auch wenn Dein Verstand schreit), die Dich weit werden lässt. Lass‘ alle Gefühle, die jetzt kommen, zu. Spüre sie in Deinem Körper. Vielleicht ist es ein tiefes Durchatmen, oder als würde ein große Last von Dir genommen, vielleicht ein ungeahntes Freiheitsgefühl.

Nun spüre dem Potential nach, die diese Möglichkeit für Dich beinhaltet. Sag‘ Deinem Verstand, dass er später an der konstruktiven Umsetzung beteiligt wird, das beschäftigt und beruhigt ihn erst mal. Erlaube Dir zu träumen! Genau das ist es, was mit dem „ins Dasein träumen“ gemeint ist. Indem Du Dich in dieses Potential, welches Dir Deine eigene Seelenkompetenz eröffnet hat, hineingibst und sozusagen hier einer neuen Bestimmungslinie folgst, ist es Dir möglich, eine Entscheidung auf Basis Deiner Seele (und neurobiologisch gesehen aus Deinen höheren Hirnregionen heraus) zu treffen. Indem Du diesen Prozess vorweg nimmst, setzt Du, wie die schamanischen Weisheitslehrer sagen, „einen Haken in die Zukunft“. Und zwar eine Zukunft, die Dich weit macht. So erkennst Du Deinen eigenen, inneren Meister.