Das Geschenk des Loslassens und des Todes.

Die 11. Raunacht steht mit dem November und dem Sternzeichen Skorpion in Verbindung. Skorpione sind Meister der Tarnung, sie passen sich ihrer Umgebung an und sie sind das Symbol der immerwährenden Wandlung.
Alles befindet sich in einem immerwährenden Kreislauf von Leben, Tod und Neubeginn. Auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, sterben doch in unserem Körper täglich zwischen 50 bis 70 Milliarden! Zellen und werden durch neue ersetzt. Gegen dieses Naturgesetz können wir uns nicht sperren und doch ist es oft schwer für uns, Wandlungen zu akzeptieren und uns dem Fluss des Lebens hinzugeben. „Dieser Tag sollte nie vergehen“. „Wenn diese Beziehung zu Ende ginge, dann könnte ich nie mehr glücklich sein“. Warum wir uns so gegen die Wandlung und den Tod wehren, liegt daran, dass wir Angst vor dem Verlust haben. Verlust der Geschenke, die wir aus Lebensphasen, Beziehungen, Situationen beziehen. Wir können uns nicht vorstellen, wie unser Leben jenseits dieser Gegebenheiten aussehen könnte und versuchen unser möglichstes, um diese aufrecht zu erhalten. Oft merken wir gar nicht, dass wir uns eigentlich in eine andere Lebensphase hinein entwickelt haben und unsere bisherige Situation (zum Beispiel unsere berufliche Situation) wie ein zu eng gewordenes Kleid geworden ist. Trotzdem versuchen wir, uns irgendwie noch da hinein zu zwängen. Oder wir spüren zwar eine Veränderung in Beziehungen, aber anstatt diese Veränderungen beherzt als Aufgabe zu nehmen um der Beziehung eine Neu-Ausrichtung zu geben oder auch damit einverstanden zu sein, dass ein gemeinsamer Weg zu Ende gegangen ist und es für beide besser wäre, einen Neu-Anfang gestalten zu können, gehen wir viele Kompromisse ein, die uns eng machen oder sogar verletzen.

Wie gelingt es uns, in die Kraft zum Loslassen zu kommen?

Durch Dankbarkeit und das Leben im Jetzt. Wenn wir uns darin üben, für alles dankbar zu sein und genau jetzt, in diesem Moment präsent zu sein, dann erfahren wir die Fülle, die Diamanten des Lebens.
Die Geschenke, die wir jeden Moment vom Leben erhalten, gehen nicht verloren. Es liegt an uns, sie ganz zu uns zu nehmen. So, als würden wunderschöne Diamanten vor uns auf dem Weg liegen: wenn wir sie nicht aufheben und zu uns nehmen, dann gehen wir daran vorbei, blicken uns vielleicht um, betrauern, dass sie nicht mitgekommen sind. Dabei wäre es doch so einfach gewesen, sie durch unsere Be-Achtung, zu uns zu nehmen. Das Wunderbare ist: wir können jederzeit wieder zu der Stelle zurückkehren, das Leben hat die Diamanten griffbereit für uns liegen gelassen, denn es kann durchaus sein, dass man Geschenke/Diamanten erst Jahre oder Jahrzehnte später erkennt. Durch die Dankbarkeit und das Annehmen der Geschenke des Moments programmieren wir uns selbst aus dem in die Zukunft projizierten Verlust heraus. Dann können wir aufhören, uns dem Fluss des Lebens in den Weg zu stellen und den Tod als Übergang zu etwas Neuem akzeptieren.

Übung

Die Aufgabe für den heutigen Tag ist es, Dir die Diamanten Deines Lebens bewusst zu machen. Beginne mit Deiner Ist-Situation: Wo sind die Geschenke in Deinem aktuellen Leben? Gehe jeden Bereich für Dich durch, erkenne die Geschenke und nimm‘ sie wie Diamanten auf. Führe sie an Dein Herzchakra und mit einem tiefen Einatmen nimmst Du sie ganz zu Dir. Beim Ausatmen dürfen sich die Geschenke in Deinem ganzen 4-Körper-System ausbreiten. Danach richte Deine Aufmerksamkeit auf Beziehungen, Situationen der Vergangenheit, die Du noch nicht loslassen konntest. Erkenne jetzt die Geschenke und nimm‘ die Diamanten ebenfalls zu Dir. Zurück wird eine Hülle bleiben, wie ein Blatt im Herbst, das sich bis zum Frühling in saftigen Humus verwandeln darf.

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